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Dasein, Erschlossenheit und Wahrheit III // Dasein, aperturidad y verdad III

C) Die Seinsart der Wahrheit und die Wahreitsvoraussetzung

Das Dasein ist als konstituiert durch die Erschlossenheit wesenhaft in der Wahrheit. Die Erschlossenheit ist eine wesenhafte Seinsart des Daseins. Wahrheit “gibt es” nur , sofern und solange Dasein ist. Seiendes ist nur dann entdeckt und nur solange erschlossen, als überhaupt Dasein ist Die Gesetze Newtons, der Satz von Widerspruch, jede Wahrheit überhaupt sind nur solange wahr, als Dasein ist. Vor dem Dasein überhaupt nicht war, und nachdem Dasein überhaupt nicht mehr sein wird, war keine Wahrheit und wird keine sein, weil sie als Erschlossenheit (Aperturidad), Entdeckung (Descubrimiento) und Entdecktheit (Estar al descubierto) dann nicht sein kann. Bevor die Gesetze Newtons entdeckt wurden, waren sie nicht “wahr”; daraus folgt nicht , dass sie falsch waren, noch gar, dass sie , wenn ontisch keine Entdecktheit mehr möglich ist, falsch würden. Ebensowenig liegt in dieser Beschränking eine Herabminderung des Wahrseins der “Wahrheiten.”

Die Gesetze Newtons waren vor ihm weder wahr noch falsch, kann nicht bedeuten, das Seiende, das sie entdeckend aufzeigen, sei vordem nicht gewesen. Die Gesetze wurden durch Newton wahr, mit ihnen wurde für das Dasein Seiendes an ihm selbst zugänglich. Mit der Entdecktheit des Seienden zeigt sich dieses gerade als das Seiende, das vordem schon war. So zu entdecken ist die Seinsart der “Wahrheit”.(Tales leyes llegaron a ser verdaderas por medio de Newton; en virtud de ellas, ciertos entes se hicieron accesibles en sí mismos para el Dasein. Con el estar al descubierto del ente, éste se muestra precisamente como el ente que ya era antes. Esta forma de descubrir es el modo de ser de la “verdad”)

Dass es “ewige Wahrheiten” gibt, wird erst dann zureichend bewiesen sein, wenn der Nachweis gelungen ist, dass in alle Ewigkeit Dasein war und sein wird. Solange dieser Beweis aussteht, bleibt der Satz eine phantastiche Behauptung, die dadurch nicht an Rechtmäβigkeit gewinnt, dass sie von den Philosophen gemeinhin “geglaubt” wird.

Alle Wahrheit ist gemäβ deren wesenhaften daseinsmäβigen Seinsart relativ auf das Sein des Daseins. (En virtud de su esencial modo de ser conforme al Dasein, toda verdad es relativa al ser del Dasein) Bedeutet diese Relativität soviel wie Wahrheit ist “subjektiv” ? Wenn man “subjektiv” interpretiert als “in das Belieben des Subjekts gestellt”, dann gewiss nicht. Denn das Entdecken entzieht seinem eigensten Sinne nach das Aussagen dem “subjektiven” Belieben und bringt das entdeckende Dasein vor das Seiende selbst. (En efecto, el descubrir, en conformidad con su sentido más propio,sustrae el enunciado al arbitrio “subjetivo” y enfrenta al Dasein descubridor con el ente mismo) Und nur weil “Wahrheit” als Entdecken eine Seinsart des Daseins ist, kann sie dessen Belieben entzogen werden. Auch die “Allgemeingültigkeit” der Wahrheit ist lediglich darin verwurzelt, dass das Dasein Seiendes an ihm selbst entdecken und freigeben kann. Nur so vermag dieses Seiende an ihm selbst jede mögliche Aussage, das heisst Aufzeigung seiner, zu binden. (Sólo así este ente puede ser en sí mismo vinculante para todo posible enunciado, es decir, para toda mostración que recaiga sobre él) Wird die rechtverstandene Wahrheit dadurch im mindesten angetastet, dass sie ontisch nur im “Subjekt” mögich ist und mit dessen Sein steht und fällt? (…y que se sostiene o cae con el ser de éste –del sujeto?)

Aus der existenzial begriffenen Seinsart der Wahrheit wird nun auch der Sinn der Wahrheitsvoraussetzung verständlich. Warum müssen wir voraussetzen, dass es Wahrheit gibt?(¿Por qué debemos presuponer que hay verdad?) Was heisst “voraussetzen”? Was meint das “müssen” und “wir”? Was besagt: “es gibt Wahrheit”? Wahrheit setzen “wir” voraus, weil “wir”, seiend in der Seinsart des Daseins, “in der Wahrheit” sind. Wir setzen sie nicht voraus als etwas “auβer” und “über” uns, zu dem wir uns neben anderen “Werten” auch verhalten. Nicht wir setzen die “Wahrheit” voraus, sondern sie ist es, die ontologisch überhaupt möglich macht, dass wir so sein können, dass wir etwas “voraussetzen”. (No somos nosotros los que presuponemos la verdad, sino que es ella la que hace ontológicamente posible que nosotros podamos ser de tal modo que “presupongamos” algo) Wahrheit ermöglicht erst so etwas wie Vorausetzung.

Was besagt “voraussetzen”? Etwas verstehen als den Grund des Seins eines anderen Seienden. Dergleichen Verstehen von Seiendem in seinen Seinszusammmenhängen (en sus conexiones de ser)  ist nur möglich auf dem Grunde der Erschlossenheit, das heisst des Endeckendseins des Daseins. “Wahrheit” voraussetzen meint dann, sie verstehen als etwas, worumwillen das Dasein ist. Dasein aber-das liegt in der Seinsverfassung als Sorge-ist sich je schon vorweg. Es ist Seiendes, dem es in seinem Sein um das eigenste Seinkönnen geht. Zum Sein und Seinkönnen des Daseins als In-der-Welt-sein gehört wesenhaft die Erschlossenheit und das Entdecken. Dem Dasein geht es um sein In-der-Welt-sein können und darin um das umsichtig entdeckende Besorgen des innerwetllich Seienden. In der Seinsverfassung des Daseins als Sorge , im Sichvorwegsein, liegt das ursprünglichste “Voraussetzen”. (En el anticiparse a sí del cuidado, en cuanto constitución de ser del Dasein, se encuentra la presuposición más originaria) Weil zum Sein des Daseins dieses Sichvoraussetzen gehört, müssen “wir” auch “uns”, als durch Erschlossenheit bestimmt, voraussetzen. Dieses im Sein des Daseins liegende “Voraussetzen” verhält sich nicht zu nichtdaseinsmäβigem Seienden, das es überdies noch gibt, sondern einzig zu ihm selbst. (Este “presuponer” constitutivo del ser del Dasein no se refiere al ente que no tiene el modo de ser del Dasein-y que también es, además de aquel-sino que se refiere únicamente al Dasein mismo) Die vorausgesetzte Wahrheit, bzw. das “es gibt”, womit ihr Sein bestimmt sein soll (o el “hay” con el que se debe determinar su ser), hat die Seinsart bzw. den Seinsinn des Daseins selbst. Die Wahrheitsvoraussetzung müssen wir “machen”, weil sie mit dem Sein des “wir” schon “gemacht” ist. (La presuposición de la verdad debemos “hacerla” nosotros, porque ella ya está “hecha” con el ser del “nosotros”)

Wir müssen die Wahrheit voraussetzen, sie muss als Erschlossenheit des Daseins sein, so wie dieses selbst als je meines und dieses sein muss. Das gehört zur wesenhaften Geworfenheit des Daseins in die Welt. Hat je Dasein als es selbst frei darüber entschieden, und wird es je darüber entscheiden können, ob es ins “Dasein” kommen will oder nicht? “An sich” ist gar nicht einzusehen, warum Seiendes entdeckt sein soll, warum Wahrheit und Dasein sein muss. Die übliche Widerlegung des Skeptizismus, der Leugnung des Seins bzw. der Erkennbarkeit der “Wahrheit”, bleibt auf halbem Wege stehen. Was sie in formaler Argumentation zeigt, ist lediglich,dass, wenn geurteilt wird, Wahrheit vorausgesetzt ist. Es ist der Hinweis darauf, dass zur Aussage “Wahrheit” gehört, dass Aufzeigen seinem Sinne nach ein Entdecken ist. Dabei bleibt ungeklärt stehen, warum das so sein muss, worin der ontologische Grund für diesen notwendigen Seinszusammenhang von Aussage und Wahrheit liegt. (Pero queda sin aclarar por qué tiene que ser así, cuál es la razón ontológica de esta necesaria conexión de ser entre el enunciado y la verdad) Ebenso bleiben die Seinsart von Wahrheit und der Sinn des Voraussetzens und seines ontologischen Fundamentes im Dasein selbst völlig dunkel. Überdies wird verkannt, dass auch, wenn niemand urteilt, Wahrheit schon vorausgesetzt wird, sofern überhaupt Dasein ist. (Y se desconoce además que, aun cuando nadie juzgara, se presupondría la verdad ya por el solo hecho de que el Dasein es)

Ein Skeptiker kann nicht widerlegt werden, so wenig wie das Sein der Wahrheit “bewiesen” werden kann. (Un escéptico no puede ser refutado, de la misma manera como no se puede “demostrar” el ser de la verdad) Der Skeptiker, wenn er faktisch ist, in der Weise der Negation der Wahrheit, braucht auch nicht widerlegt zu werden. Sofern er ist und sich in diesem Sein verstanden hat, hat er in der Verzweiflung des Selbstmords das Dasein und damit die Wahrheit ausgeloscht. Wahrheit lässt sich  in ihrer Notwendigkeit nicht beweisen, weil das Dasein für es selbst nicht erst unter Beweis gestellt werden kann. (porque el Dasein no puede sometrse a sí mismo a demostración) So wenig erwiesen ist, dass es “ewige Wahrheiten” gibt, so wenig ist es erwiesen, dass es je-was die Widerlegungen des Skeptizismus trotz ihres Unternehmens im Grunde glauben- einen “wirklichen” Skeptiker “gegeben” hat. (…tampoco se ha demostrado que alguna vez-como en el fondo creen las refutaciones del escepticismo, a pesar de su propio empeño-haya habido un “verdadero” escéptico.) Vielleicht öfter, als die Harmlosigkeit der formal-dialektischen Überrumpelungsversuche gegenüber dem “Skeptizismus” (tentativas dialéctico-formales de tomar por sorpresa al escepticismo) wahr haben möchte.

So wird denn überhaupt bei der Frage nach dem Sein der Wahrheit und der Notwendigkeit ihrer Voraussetzung ebenso wie bei der nach dem Wesen der Erkenntnis ein “ideales Subjekt” angesetzt. Das ausdrückliche oder unausdrückliche Motiv dafür liegt in der berechtigten, aber doch auch erst ontologisch zu begründenden Forderung, dass die Philosophie das “Apriori” und nicht “empirische Tatsachen” als solche zum Thema hat. Aber genügt dieser Forderung der Ansatz eines “idealen Subjekts”? Ist es nicht ein phantastisch idealisiertes Subjekt? Wird mit dem Begriff eines solchen Subjekts nicht gerade das Apriori des nur “tatsachlichen” Subjekts, des Daseins, verfehlt? Gehört zum Apriori des faktischen Subjekts, das heisst zur Faktizität des Daseins nicht die Bestimmtheit, dass es gleichursprünglich in der Wahrheit und Unwahrheit ist?

Die Ideen eines “reinen Ich” und eines “Bewusstseins überhaupt” enthalten so wenig das Apriori der “wirklichen” Subjektivität, dass sie die ontologischen Charaktere der Faktizität und der Seinsverfassung des Daseins überspringen, bzw. überhaupt nicht sehen. Die Zurückweisung eines “Bewusstseins überhaupt” bedeutet nicht die Negation des Apriori, so wenig als der Ansatz eines idealisierten Subjekts die sachgegründete Apriorität des Daseins verbürgt.(… asi como tampoco la posición de de un sujeto idealizado garantiza que la aprioridad del Dasein esté fundada en las cosas mismas)

Die Behauptung “ewiger Wahrheiten”, ebenso wie die Vermengung der phänomenal gegründeten “Idealität” des Daseins mit einem idealisierten absoluten Subjekt gehören zu den längst noch nicht radikal ausgetriebenen Resten von christlicher Theologie innerhalb der philosophischen Problematik. (

Das Sein der Wahrheit steht in ursprünglichem Zusammenhang mit dem Dasein. (El ser de la verdad está en connexion originaria con la verdad) Und nur weil Dasein ist als konstituiert durch Erschlossenheit, das heisst Verstehen, kann überhaupt so etwas wie Sein verstanden werden, ist Seinsverständnis möglich. (Y tan solo porque el Dasein está constituido por la aperturidad, es decir, por el comprender, eso que llamamos el ser puede ser comprendido: la comprensión del ser es posible)

Sein-nicht Seiendes-“gibt es” nur , sofern Wahrheit “ist”. (Ser-no el ente-sólo lo “hay” en tanto que la verdad es) Und sie ist nur, sofern und solange Dasein ist. Sein und Wahrheit “sind” gleichursprünglich. Was es bedeutet: Sein “ist”, wo es doch von allem Seienden unterschieden sein soll, kann erst konkret gefragt werden, wenn der Sinn von Sein und die Tragweite von Seinsverständnis überhaupt aufgeklärt sind. (Qué significa que el ser “es”, cuando debe distinguírselo de todo ente, solo podrá ser preguntado concretamente una vez que se haya aclarado en general el sentido del ser y el alcance de la comprensión del ser) Erst dann ist es auch ursprünglich auseinanderzulegen, was zum Begriff einer Wissenschaft vom Sein als solchem, seinen Möglichkeiten und Abwandlungen gehört. Und in Abgrenzung dieser Forschung und ihrer Wahrheit wird die Forschung als Entdeckung von Seiendem und ihre Wahrheit zu bestimmen sein.

Noch steht die Beantwortung der Frage nach dem Sinn von Sein aus. Was hat die bisher durchgeführte Fundamentalanalyse des Daseins zur Ausarbeitung der genannten Frage bereitgestellt? Geklärt wurde durch Freilegung des Phänomens der Sorge die Seinsverfassung des Seienden, zu dessen Sein so etwas wie Seinsverständnis gehört. Das Sein des Daseins wurde damit zugleich abgegrenzt gegen Seinsmodi (Zuhandenheit, Vorhandenheit, Realität), die nichtdaseinsmäβiges Seiendes charakterisieren. Verdeutclicht wurde das Verstehen selbst, womit zugleich die Methodische Durchsichtigkeit des verstehend-auslegenden Verfahrens der Seinsinterpretation gewahrleistet ist.

Wenn mit der Sorge die ursprüngliche Seinsverfassung des Daseins gewonnen sein soll, dann muss auf diesem Grunde auch das in der Sorge liegende Seinsverständnis zu Begriff gebracht, das heisst der Sinn von Sein umgrenzt werden können.(entonces será también posible conceptualizar, sobre esta base, la comprensión del ser que se da en el cuidado, es decir, circunscribir el sentido del ser) Aber ist mit dem Phänomen der Sorge die ursprünglischste existenzial-ontologische Verfassung des Daseins erschlossen? Gibt die im Phänomen der Sorge liegende Strukturmannigfaltigkeit die ursprünglichste Ganzheit des Seins des faktischen Daseins? (La multiplicidad de estructuras que se da en el fenómeno del cuidado ¿representa la totalidad más originaria del ser del Dasein fáctico?) Hat die bisherige Untersuchung überhaupt das Dasein als Ganzes in den Blick bekommen?

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