Die Verwandlung von der Sympathie

Traduction à l´ allemand d´un article de Paul Magnette dans son blog. Paul Magnette est le maire socialiste de la ville de Charleroi en Belgique

Deutsche Übersetzung eines Artikels von Paul Magnette,  veröffentlicht in seinem Blog. Paul Magnette ist der sozialistische Bürgermeister  der Stadt Charleroi in Belgien

http://www.paulmagnette.be/

Der Marsch auf Antwerpen

Irgendetwas hat sich in der Wahrnehmung von Flandern von Seiten der Francophonen am Abend des  Sonntags 14en Oktober abgespielt. Nicht der Sieg von der Neuen Flämischen Allianz (N-VA), der erwartet war und der, im Grunde genommen , nicht so groβ war als das worauf die francophonische Öffentlichkeit vorbereitet war. Zwar bestätigt die Neue Flämische Allianz (N-VA) ihre Verankerung in Flandern, ihrem Führer ist es freilich gelungen, seine Partei an die Spitze  in Antwerpen zu setzen. Viele Wahlhochburgen der Chrislich Demokratisch und Flämisch Partei, der Sozialistische Partei Anders (SPA) oder der Flämischen Liberalen und Demokraten Partei (VLD) haben aber Widerstand geleistet. Und die Neue Flämische Allianz (N-VA) muss weitgehend Kompromisse eingehen um eine Mehrheit in der grossen Stadt zusammenzusetzen. Der Erdrutsch, den zahlreiche Kommentatoren angekündigt haben, ist nicht stattgefunden.

Das was das francophonische Bewusstsein geprägt hat, ist auch nicht die von dem Führer der Neuen Flämischen Allianz an Elio Di Rupo gerichtete Anrede und ihre alte Leier von dem unvermeidlichen Conföderalismus. Alle die Wahlkampagne der Neuen Flämischen Allianz hat sich eher um die nationale Frage gedreht , um so weniger wurde sie als eine städtische Kampagne konzipiert. Man hat dies auch erwartet. Oktober 2012 war für die flämischen Nationalisten nur eine schlichte Etappe, einen Meilenstein in Richtung des grossen in 2014 erwarteten Umsturzes, jeder wusste das und ihre Führer hat es bloss bestätigt.

Nein, das was die Geiste in der Wallonie und in Brüssel  an jenem Abend bestürzt  hat war die brutale Verwandlung eines Menschen. Der Führer der Neuen Flämischen Allianz, der seit langer Zeit beteuert, von den Medien und Meinungsführern im Süden des Landes verfolgt zu sein,ruft gemischte Gefühle hervor, seitdem er ins Rampenlicht in 2007 getreten ist. Auf der einen Seite, als der Führer einer nationalistischen Gruppierung , die ihr Wunsch , eines Tages die Spaltung des Landes zu erreichen, nicht verbirgt, beunruhigt er alle jene die sich mit dem Land verbunden fühlen. Auf der anderen Seite aber, werden manche in Wallonie und Brüssel von der Rede des Chefs der Neuen Flämischen Allianz verführt. Vermutlich würde der Mann das ans Tageslicht bringen, was sich ein Teil der francophonischen Öffentlichkeit nicht zu sagen traut oder nicht sagen kann. Wenn er eine allzu sehr von den öffentlichen Unterstützungen abhängigen, eine Wohltätigkeit ausübende  und die Trägkeit der Wallonen fördernde, eine durch Fonds von auβen gesprizten Wirtschaft anprängt, knüpft er sich an eine weitgehend verbreitete Kritik innerhalb eines bestimmten wallonischen Bürgertums. Die Tatsache dass er so etwas ganz offen, vor Kreisen fracophonischer Geschäftsmänner und Journalisten, in einem guten Französisch, humorvoll und gutmütig sagt, ruft eine Sympathie hervor, die sich in einem Teil der Öffentlichkeit verbreitet hat.

Bis zu jenem Sonntag Abend: das von den fracophonen Medien weitgehend live übertragenen  Schauspiel von dem „ Marsch auf Antwerpen“  hat nämlich viele Geister erstarrt gelassen . Jene sogar, die, wie ich, seit Jahren wiederholen, dass der Neue Flämische Allianz keine rechtsextreme Partei ist, dass man die Mischung mit der „Flämische Interesse“ (Vlaams Belang)  und die Vergleichungen mit den düsteren  Jahren der Zwischenkriegszeit vermeiden sollte, waren von Entsetzen gepackt. Die Inszenierung ( sorgfältig organisiert seit Monaten, wie man nachher erfahren hat) dieses Marschs auf das Rathaus, mit einem Gefolge von Anhängern und Fackeln, die Durchströmung  der begeisterten Menschenmenge, die triumphale und schon auf den nächsten Wahltermin gerichtete  Siegesrede , all dieses hat für jeden, der ewas von der Geschichte kennt, einen unheimlichen Hauch- oder zumindest einen sehr geschmacklosen.  Das Bild von dem brüllenden Führer, den gespannten und agressiven Zügen , mit seinem Finger auf andere in anklagender Weise zeigen; das Bild, das seitdem in allen Zeitungen in Endlosschleife  gelaufen ist, fasst die Szene und ihre Aufnahme von Seiten der Francophonen zusammen. Die physische Verwandlung des nationalistischen Führers ist ebenso eine politische Verwandlung: es scheint als ob seine Liebe zum guten Essen, sein Humor und seine Gutmütigkeit verschwunden worden wären, um nur ein Manchtbegehren und eine  nationalistische und konservative Rede, deren Agressivität man ihm bisher nicht zugeschrieben hatte, unverblümt ans Tagelicht zu bringen.

Geschichte wird wohl zeigen ob dies Entsetzen nur das Empfinden eines Tages war oder ob es einen Wendepunkt zeichnet.Ob all das ein Kommunikationsfehler war, wie manche Führer der Neuen Flämischen Allianz sagen, oder eine absichtliche Umwandlung der Rede und der Haltungen. Jedenfalls sollten  die flämischen Nationalisten über den von den Francophonen begangenen Fehler nachdenken: indem Sie geglaubt haben, dass sie die der anderen Hälfte des Landes entstammenden Nahchrichten überhören konnten, ist das Land in 2007  541 Tage in eine Krise und eine politische  Lähmung geraten. Denn abgesehen von Strategien und politischen Mythologien, muss man noch in einer Demokratie , selbst wenn man die Wahlen gewonnen hat, bereit sein Kompromisse einzugehen und Verhandlungen aufzunehmen wenn man seine  Spuren in der Gechichte hinterlassen will.

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