“Kinder” laut Antonio España

Die folgende Übersetzung ist Luciana Gabriela, einer aus Mar del Plata stammenden guten Freundin gewidmet.

Griechenland: lassen Sie den Staat fallen, lassen Sie aber seine Staatsbürger im Euro bleiben

Stellen Sie sich vor, daβ Sie ein Spieler von einem amateur Basketballmannschaft  sind, die jede Woche spielt. Zudem nehmen Sie an, daβ einer von ihren Mannschaftskollegen eher aus sozialen Verpflichtungen als aufgrund seiner Spielart, seiner sportlichen Begabung und seines Verhaltens in der Mannschaft zugelassen wurde. Diese auf einer “peripherischen” Stelle spielende Spieler pflegt vom Rest der Mitglieder der Mannschaft zu profiteren so dass er , ohne die körperliche Verfassung der anderen, beschränkt sich darauf, den Ball abzuwarten um einen individuellen Spielzug zu machen , bei dem er üblicherweise den Besitz des Balls verliert und demnach seinen Mannschaftskollegen schadet.

Ohne darüber viel nachzudenken werden seine Kollegen ihm sein Verhalten vorwerfen und von ihm verlangen, die Disziplin des Teams einzuhalten damit er in der Mannschaft weiter spielen kann und damit sie ihm den Ball wieder abzugeben können. Ihr aufsässiger Kollege zustimmt am Anfang aber wenn es um die Wurst geht nimmt er keine Notiz und das alte Lied wiederholt sich. Was würden Sie mit ihm tun? Ihn von der Mannschaft verweisen so daβ er mit seinem eigenen Ball spielt oder ihn auf der Trainerbank sitzen lassen bis er lernt?

Nun gut, etwas Ähnliches ist was die europäischen Politiker von der griechischen Regierung erfahren und worüber ich Ihnen sprechen wollte.

Als ich diese Zeilen schreibe, treffen sich die Finanzminister der Eurogruppe zum zigsten Male zusammen um darüber zu entscheiden, ob sie die sich auf 130.000 MM € belaufende zweite Rettungspakete zugunsten der griechischen Regierung, die 14.400 MM €  wegen Fälligkeit der Anleihen am nächsten 20en März zurückgeben muss, freigeben oder nicht. In der Zwischenzeit finden Ausschreitungen in Griechenland statt von denen wir , nach Aussage eines Freundes von mir , der bei einer amerikanischen Firma dort arbeitet, allein die sich in Athens abspielenden sehen und nicht jene, die sich auf das ganze Land erstrecken.

Dennoch und so wie die Dinge jetzt liegen glaube ich nicht daran, daβ jemand ernstlich denkt daβ die europäischen Verantwortlichen – und besonders die deutschen- bereit sind  aus Kummer um den sozialen Wohlstand der griechischen Staatsbürger Griechenland mit dem Geld ihrer Wähler weiter zu retten. Nein, sind ihre Banken vielmehr, die sie auf eine mittelbare Weise zu retten versuchen. Aber, na, klar, fällt es immer viel besser aus wenn man sagt, daβ Griechenland retten werden solle-die Wiege der Demokratie und so weiter- und daβ Europa erlöst sein muss statt einfach anzuerkennen, daβ man die gierigen Bankiers zur Rettung verhilft. Geschweige denn , dass die durch die Troika auferlegten Maβnahmen  gegenüber dem griechischen Volk auf diese Weise leichter absetzbar sind als man ihm unmiittelbar anvertrauen würde, daβ die Maβnahmen dazu bestimmt sind , die Deutsche Bank oder BNP Paribas zu retten.

Nichts sympthomatischer dafür als die Tatsache , daβ die neuen Hilfsfonds auf einem Treuhandkonto hinterlegt werden, das man nur benutzen kann um die Schulden zu begleichen. Nur nach der Rückzahlung der Anleihen- wenn es etwas übrig bleibt- woran ich zweifle- würde man in der Lage sein die Fonds anzuwenden um die normalen Staatsausgaben zu zahlen. Dies verrät wiederum das geringe Vertrauen, das die europäischen Politiker auf die griechischen Politiker haben- wenngleich diese letzte sogar von den ersten ausgewählt worden waren.

Und Sie können sich jetzt fragen  Wofür alle diese Strapazen? Warum soll man nicht einfach lassen, die griechischen Politiker, wahre Verursacher des Elends ihres Landes aufgrund ihres ständigen Rückgriff auf Populismus, den Folgen ihrer Verantwortungslosigkeit gegenüberzustehen.

Und wenn es sich ergeben würde daβ es eine Deutsche oder französische Bank gibt- was wir schon Bescheid wissen- welche diese Folgen betreffen würden, dann sollte die jeweilige Regierung die politischen Kosten übernehmen und diese auf ihre Steuerzähler übertragen oder besser, auf die Aktieninhaber und Schuldner der Banken- damit diese ihren Teil an Verantwortung-oder Verantwortunglosigkeit- und die entsprechenden Verluste tragen

Denn die Probleme mit der Verlässlichkeit der griechischen Regierung, ihre “Kreativität” beim Handhaben der staatlichen Finanzen und die Korruption ihrer politischen Eliten sind nichts neues.

Warum wagten sich die europäischen Banken in griechischen Anleihen anzulegen? Philippe Bagus bietet einen Grund in seinem Buch “ Die Trägedie des Euro” an, ein Buch von dem ich schon erzählt habe und von dem eine spanische Übersetzung vor kurzem vorhanden ist. Derselbe lautet: “beim Zugang zur Mitgliedschaft der europäischen Währungsunion fing die griechische Regierung an damit zu rechnen, daβ sie über einen impliziten Rettungsschirm von seiten der EZB und dem rest der EU Mitglieder verfügte”

Dementsprechend daran zu denken, daβ man Geld einer dysfunktionalen Regierung ausleihen kann und darüber hinaus daβ man das auf eine risikolose Weise tun kann, d.h. zu einem dem deutschen Bund vergleichbaren Zinsatz, ist eben deswegen eine Verantwortungslosigkeit.

Herkömmlicherweise ist genau das was passiert wenn man sich daran gewöhnt,  die Hilfe der anderen ständing zu erwarten und für die eigenen Handlungen nicht haftbar zu sein: man wird verantwortungslos. Wenn Sie Kinder erzogen haben, werden Sie sofort verstehen worüber ich rede.

Achten Sie darauf, daβ ich über die griechischen Politiker rede und nicht über die griechischen Staatsbürger. Den Griechen wurde in den letzten Jahren von Populisten aller Parteien betrügerisch beigebracht, daβ sie über ihre Möglichkeiten leben könnten, indem sie unter dem Euroschirm günstig finanzieren könnten. Das Problem ist daβ sie das nicht weiter machen können- auf uns, Spanier, ist die Sache ebenfalls anwendbar-und das, bitte um Verzeihung, pisst sie an.

Wenn sie nicht zahlen können-und es ist klar daβ sie nicht können- ist es deshalb ratsamer daβ sie Pleite machen um endlich der Wirklichkeit gegenüberzustehen. Wie Daniel Lacalle sagt “Griechenlands Pleite ist kein Risiko sondern eine Gewissheit”. Und je mehr Zeit vergeht desto schlimmer wird der Ausgang sein und wahrscheinlicher die gefürchtete unordentliche Pleite. Gibt es jemand daβ noch an ein Wunder glaubt? Leider war das deutsche Wirtschaftswunder ein einmaliges.

Es gibt viele die schlagen vor daβ Griechenland den Euro verlassen solle und, in Wahrheit, denken sie daβ diese die nicht anerkannte Absicht von Angela Merkel ist. Dies würde das wieder Einsetzen der Drachme mit sich einbeziehen und die nachträgliche Abwertung in Richtung einer vermeintlichen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Eine wettbewerbsfähige Abwertung ist dennoch eine Täuschung. Wie schon Mises warnte “die häufig besprochenen Vorteile , die eine Abwertung dem Auβenhandel sowie dem Tourismus verleiht sind durchaus auf die Tatsache zurückzuführen, daβ die Einstellung der inländischen Preise und des Lohnniveaus auf den durch die Abwertung verursachten Umstände eines gewissen Zeitraums bedarf.”

Während sich diese Einstellung durchsetzt, würden die Griechen ihre Einfuhr reduzieren-eben weil sie sie nicht leisten können- und ihre Ausfuhr erhöhen-eben aufgrund des Wechselkurs Euro/Drachme und nicht aus einer sich auf Anhieb abspielenden Produktivitätssteigerung. Anders gesagt, würden die Griechen wenigere Euros bekommen für das was sie an Ausland verkaufen- Aufenthalten auf den Inseln des Ägäischen Meer, zum Beispiel- und mehr Drachmen zahlen für das was sie im Ausland kaufen- Erdöl, zum Beispiel.

Aus diesem Grund würde ein Verlassen des Euro mitsamt einer Abwertung der Währung die griechischen Staatsbürger noch mehr verarmen und es ist sogar möglich daβ das Ganze sich in ein hyperinflationäres Ereignis verwandle. Und was schlimmer noch ist, würden die griechischen Staatsbürger sich noch einsamer gegenüber ihren Politiker und Regierenden befinden, ohne diesmal eine europäische Beaufsichtigung , die eine willkürliche Handhabung der Währung verhüten könnte.

Aber ,könnten Sie sich einmal fragen, kann ein in Konkurs geratenes Griechenland im Euro bleiben? Warum denn nicht? Wenn die europäischen Verantwortlichen nicht darauf beharren, den gepleiteten griechischen Staatsapparats künstlich zu unterstützen, dürfte der Euro nicht zu viel darunter leiden. Es ist eben die Absicht, daβ die EZB bereit sich zeigt die griechische Regierung grenzenlos und um jeden Preis zu finanzieren- oder andere Regierungen wie die portugiesische- was der Absturz des Euro herbeiführen kann. Wenn, hingegen, die EZB sich davon enthält sowohl zu finanzieren als auch als Kreditgeber letzter Instanz von Griechenland einzuspringen- weder von Portugal noch Spanien noch Italien- würde der Euro den griechischen Politiker eine Art Goldwährung sein- rücksichtnehmend auf die Unterschiede- und er würde eine ähnliche Auswirkung haben in Bezug auf eine strenge monetarische Disziplin, die den griechischen Staatsbürger wohl tun wird.

Ziehen Sie auβerdem in Betracht daβ die EZB und das Eurosystem- die Gesamtheit der Zentralbanken der Eurozone- vermutlich unabhängig von den Regierungen sind. Nichts würde den griechischen Banken im Weg stehen, Zugriff auf das Diskontfenster weiter zu haben dadurch daβ sie das Zahlungsverkehrssystem TARGET 2 benutzen oder indem sie die von den monetarischen Behörden zur Verfügung stellenden Instrumente anwenden.

Welche Konsequenzen würde für die griechischen Staatsbürger mit sich bringen daβ ihr Staat in Insolvenz geriet und sie im Euro bleiben? Zweifellos viele und zweifellos herbe, das darf man nicht verleugnen. Sie würden Sozialleistungen verlieren- die sie sich bereit heute nicht leisten können- und einem Deflationsszenario gegenüberstehen, das die Preise senken, die Geschäfte in den Konkurs treiben und mehr Arbeitslosigkeit veranlassen würde, umso mehr als man die Rigidität ihrer Volkswirtschaft und den Ballast ihrer Gewerkschaften in Betracht zieht.

Zumindest jedoch würde ihr Spargeld in Euros unberührt bleiben und das würde ihnen erlauben, sich auf eine gesundere Weise in die neue Lage nach der Krise einzufügen und sich schnell erholen. Ein auf das Ersparnis statt auf fremde Anleihen zurückzuführendes Wachstum.

Wenn wir das Beispiel des Anfangs wieder greifen, , das ist was wir mit dem aufsässigem Spieler tun sollen.Anstatt ihm von der Mannschaft zu verweisen so daβ  er mit sienem eigenen Ball spielt, eher ihn auf der Trainerbank sitzen lassen damit er wieder spielen kann wenn er dazu bereit ist.

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