Feldstein

Frankreich gelingt es immer noch nicht, das zu verstehen

Die französische Regierung scheint freilich die wahren Implikationen des Euro- der gemeinsamen Währung, die Frankreich mit sechszehn anderen Ländern der europäischen Union teilt-nicht verstanden zu haben.

Die Vertreter der französichen Regierung reagieren nunmehr auf die Aussicht einer Senkung der Bonität Frankreichs indem sie Groβbritannien angreifen. Der Chef der französischen Zentralbank behauptete daβ es ratsamer wäre, wenn die Ratingsagenturen bei ihren Senkungen England zunächst beachten würden. Der französische Finanzminister hat sich jüngst geäuβert, daβ es hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage besser sei, Franzose als Brite zu sein. Der Premierminister selbst hat bemerkt daβ Groβbritanniens Schulden höher und sein Defizit beträchlicher seien als die von Frankreich.

Die französichen Regierungsvertreter scheinen die Wichtigkeit der Tatsache auβer Acht zu lassen, daβ Groβbritannien nicht zur Euro-Zone gehört und verfügt deshalb über seine eigene Währung, was zur Konsequenz hat, daβ es, was seine eigenen Schulden angeht, kein Zahlungsausfallrisiko gibt.

Wenn die Zinsen und das Kapital der Schulden der britischen Regierung fällig sind, wird diese Regierung immer in der Lage sein, mehr Devisen zu schöpfen, um ihre Pflichten zu erfüllen. Im Gegensatz dazu sind die französische Regierung und die französische Zentralbank nicht imstande, Euros zu erschaffen.

Wenn die Anleger darauf verzichten, das französische Defizit zu finanzieren, das heiβt, wenn es Frankreich nicht gelingt, sich Geld zu leihen um dieses Defizit zu finanzieren, wird Frankreich im Zahlungsausfall geraten. Dies ist der Grund warum der Markt die französischen Bonds als riskanter wahrnimmt und darum verlangt er höhere Zinsätze, wenn das französische Haushaltsdefizit auch bei 5,8% des BIPs liegt gegenüber 8,8% für Groβbritannien.

Die britische Lage ist weniger riskant als die von Frankreich infolge eines zweiten Grundes. Groβbritannien steht zur Verfügung die Möglichkeit sein Leistungsbilanzdefizit zu vermindern, dadurch daβ es das Pfund gegenüber dem Dollar und dem Euro schwächer machen lässt. Dies ist etwas, was , aufs neue, Frankreich, ohne eine eigene Währung, versagt bleibt. Ausgerechnet das , dagegen, ist in der Tat was Groβbritannien gerade macht: das Sinkenlassen der Wechselkurse Pfund- Euro und Pfund- Dollar in einer konkurrenzfähigeren Richtung.

Die Haushaltsdefizite von der Euro-Zone und ihre Leistungsbilanzdefizite sind die offenkundigsten Symptome vom Scheitern des Euro. Die Kreditkrise in Europa und die Anfälligkeit der Banken der Euro-Zone sind aber noch schlimmere Sachen. Die anhaltenden Unterschiede hinsichtlich der Arbeitslosenzahlen innerhalb der Euro-Zone entsprechen der verhängnisvollen Auswirkung der Entscheidung, eine gemeinsame Währung und eine gemeinsame Währungspolitik einer heterogenen Gruppe von Ländern aufzuerlegen.

Der Präsident Sarkozy als auch einige französichen Politiker sind davon enttäuscht, daβ keine engere Integration der Politik von der Euro- Zone bei der letzten Gipfelkonferenz erreicht wurde. Die Franzosen Jean Monnet und Robert Schuman waren die politische Union von Europa einleitenden Persönlichkeiten, kurz nach des zweiten Weltkrieges, eine Union dazu bestimmt, eine Art vereinigte Staaten von Europa auszubilden. Frankreich hielt die Erschaffung des Euro als ein wichtiges Symbol in dieser Richtung. In den Sechzigern, Jacques Delors, damals Finanzminister, förderte die gemeinsame Währung in seinem Bericht “ One market, one Money”, der die Idee mit einbezog, daβ die europäischen Freihandelsabkommen nicht funktionieren könnten ohne eine gemeinsame Währung. Für die Franzosen ist die Suche nach einer politischen Integration Europas eine Weise Europas Rolle in der Welt zu verstärken und gleichzeitig die von Frankreich innerhalb Europa.Dieses Ziel zu verwirklichen scheint dennoch nun schwieriger geworden zu sein als vor der europäischen Krise. Indem Frankreich Groβbritannien angreift mit der Absicht, die Kosten der britischen Anleihen zu erhöhen, vermehrt Frankreich die Gründen für einen Konflikt mit Groβbritannien und nährt zur selben Zeit die Spannungen innerhalb Europa insgesamt.

Wenn man eine künftige Absicht in Betracht zieht, bedarf eine Behebung der Finanzkrise weder einer engeren politischen Integration noch der Verpflichtung Deutschlands zu einer finanziellen Unterstützung.Der Ausgang der Krise betrifft die einzelnen Länder-insbesondere Italien, Spanien und Frankreich-Länder, die Änderungen an ihren Haushaltsausgaben und an ihrem Steuerwesen ausweisen müssen um die Anleger davon zu überzeugen, daβ sie sich auf Haushaltsüberschüsse ausrichten und auf eine Senkung des Verhältnisses ihrer Schulden zum Bruttoinlandsprodukt.

Frankreich sollte sich eher auf seine steuerlichen nationalen Probleme und auf die verhängnisvolle Lage ihrer Handelsbanken konzentrieren anstatt Groβbritannien anzugreifen oder politische Änderungen aufzurufen, die nicht stattfinden werden.

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